Wissensmanagement und Risikomanagement - zwei Seiten einer Medaille

„Organisationales Lernen“ ist der Zwillingsbegriff des „Changemanagement“.

Veränderungen in Organisation können nur durch Lernprozesse erreicht werden.
Voraussetzung hierfür ist ein Lerner freundliches Umfeld, welches erlaubt Dinge in Frage zu stellen und Neues auszuprobieren. Ein gelebtes Risikomanagement setzt eine lernende Organisation als conditio sine qua non voraus, die sich stets den aktuellen medizinischen und organisatorischen Herausforderungen stellt. Dieses Ziel erreicht ein Krankenhaus am besten durch ein organisationales Wissensmanagement.

Wissensmanagement kann grob in 4 Aufgabenbereiche unterteilt werden:

  • Generierung von Wissen
  • Wissensdarstellung, Archivierung, Verwaltung und Kontrolle
  • Wissensverteilung, Dokumentation von Lernaktivitäten
  • Schaffen eines Lerner freundlichen Umfelds

James Reason, Professor für Psychologie an der Universität von Manchester UK, ist weltweit einer der führenden Risikoforscher. Er argumentiert, dass nur eine „informierte Kultur“ die Voraussetzung für eine gelebte Sicherheitskultur erfüllt. „In einer informierten Kultur haben die Menschen, die das System leiten und betreiben, aktuelle Informationen über die menschlichen, technischen, organisatorischen und umweltbezogenen Faktoren, die über die Sicherheit des Systems als Ganzes bestimmen“.

Patientensicherheit kann gelernt werden

Führungskräfte aller Fach- und Funktionsabteilungen sind verantwortlich in gemeinsamer Anstrengung ein klinikweites Wissensmanagement und damit die Voraussetzung für eine informierte Kultur zu schaffen. Nur so kann das individuelle Wissenskapital der Mitarbeiter zum entscheidenden Produktionsfaktor und Garant für hohe Patientensicherheit werden.
Neben einem geeigneten Lernumfeld muss die Motivation der Mitarbeiter auf individueller Ebene gefördert werden. Denn Erwachsenenlernen ist im Wesentlichen auf Ergebnisorientierung und Selbstwirksamkeit ausgerichtet. Erwachsene lernen adaptiv („on demand“), wenn sie das neue Wissen brauchen.

Grundvoraussetzung jeglichen individuellen Lernens ist die Selbstlernkompetenz, die sich zusammensetzt aus:

  • Selbstmotivation als Basis für den Wissenserwerb
  • Reflexivität, d.h. den Transfer theoretischen Wissens in praktisches Handeln zu vollziehen
  • Lernmethodenkompetenz, d.h. den Umgang mit verschiedenen Lernmethoden wie z.B. eLearning, Simulationen, CRM-Trainings ebenso wie das Lesen von Studien und Leitlinien zu beherrschen

Curricula für Patientensicherheit

Führungskräfte aller Fach- und Funktionsabteilungen sind verantwortlich in gemeinsamer Anstrengung ein klinikweites Wissensmanagement und damit die Voraussetzung für eine informierte Kultur zu schaffen. Nur so kann das individuelle Wissenskapital der Mitarbeiter zum entscheidenden Produktionsfaktor und Garant für hohe Patientensicherheit werden.
Neben einem geeigneten Lernumfeld muss die Motivation der Mitarbeiter auf individueller Ebene gefördert werden. Denn Erwachsenenlernen ist im Wesentlichen auf Ergebnisorientierung und Selbstwirksamkeit ausgerichtet. Erwachsene lernen adaptiv („on demand“), wenn sie das neue Wissen brauchen.Weltweit gibt es Bestrebungen, das abstrakte Ziel „Patientensicherheit“ in curriculare Lerneinheiten zu übertragen. Als vorbildlich und detailliert ausgearbeitet kann das WHO Curriculum genannt werden, welches einen Orientierungsrahmen liefert. Um nachhaltig Patientensicherheit zu erhöhen, muss sich jedoch die Sicherheitskultur als Ganzes verbessern. Während theoretisches Wissen und handwerkliche Fertigkeiten anhand etablierter Schulungsmethoden geschult werden kann, ist es für den langfristigen Erfolg besonders wichtig die Haltung und Einstellung der Mitarbeiter maßgeblich zu beeinflussen, die sich vornehmlich in der korrekten Durchführung bzw. Einhaltung von Sicherheitsstandards widerspiegelt. Diese nur schwer messbaren Einstellungen und Haltungen reflektieren im Positiven wie im negativen Sinne die Sicherheitskultur. Langfristiges Ziel von Schulungsmaßnahmen in Krankenhäusern muss es primär sein eine hohe Sicherheitskultur zu erreichen.

Die Akademie für klinisches Risikomanagement bietet seit 3 Jahren hierzu eine praxisgerechte und interaktive Ausbildung an. Weitere Informationen zur Ausbildung erhalten Sie unter www.euteneier-consulting.de/akademie.

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